Raimund und die heilige Handgranate

Bereits am Anfang meines SAGA-Projekts habe ich Raimund von Toulouse als einen meiner Anführer bemalt. Aber was hat der jetzt mit den Monty Pythons zu tun? Das verrate ich euch in diesem Beitrag.

Raimund nahm als einer der höheren Adligen am ersten Kreuzzug teil und trat das erste Mal bei der Belagerung von Antiochia im Jahr 1097 groß in Erscheinung. 1098 konnte die Stadt durch die Kreuzfahrer eingenommen werden. Im gleichen Jahr wurde Antiochia durch ein 200.000 Mann starkes Heer der Moslems belagert. Peter Bartholomäus fand in der Stadt angeblich die sogenannte „Heilige Lanze von Antiochia“, deren Träger als im Kampf unbesiegbar galt. Dies beflügelte die Truppen der Kreuzfahrer dermaßen, dass sie mit 20.000 Mann einen Ausfall unternahmen und das zehnmal größere Heer der Belagerer in die Flucht schlugen. Allerdings stellte sich bereits im Jahr 1099 heraus, dass es sich bei dem gefundenen Artefakt um einen Fälschung gehandelt hat.

Dennoch findet sich in dieser Geschichte die Verbindung zu der britischen Komikertruppe Monty Pythons, die in ihrem Film „Die Ritter der Kokosnuss“ von 1975 dieses Motiv aufgreifen und zur heiligen Handgranate von Antiochia umdeuten. Schließlich besiegen die Ritter der Tafelrunde mit Hilfe der heiligen Handgranate das Killer-Kaninchen, dass den Eingang zur Höhle von Caerbannog versperrt. Unvergessen dabei ist sicher die vom Mönch vorgetragene Bedienungsanleitung:

„Zuerst ziehe die heilige Zündnadel aus dem Gehäuse. Sodann sollst du zählen bis drei, nicht mehr und nicht weniger. Drei allein soll die Nummer sein, die du zählest, und die Nummer, die du zählest, soll Drei und nur Drei sein. Weder sollst du bis Vier zählen, noch sollst du nur bis zur Zwei zählen, es sei denn, dass du fortfährst zu zählen bis zur Drei. Die Fünf scheidet völlig aus. Wenn dann die Nummer Drei, welches ist die dritte Nummer von vorne, erreicht ist, dann schleudere mit Kraft deine Heilige Handgranate von Antiochia gegen deinen Feind. Wer sich schuldig macht in meinem Namen, soll sehen was er davon hat.“

Aus: „Die Ritter der Kokosnuss“, Monty Python, 1975

Zum SAGA-Erweiterungsband „Ära der Kreuzzüge“ gehört eine Mini von Raimund von Toulouse (in diesem Beitrag zu sehen). Eigentlich hält er ein Schwert in der rechten Hand, allerdings kann man die Pose der Miniatur ohne große Veränderungen verwenden, um eine Handgranate zu werfen. Ich habe daher das Schwert entfernt, mit einem Bohrer die Handfläche vertieft und eine Kugel aus meiner Bits-Box als Handgranate angeklebt. Ein Stück Draht dient als Zündschnur. Fertig ist der – historisch nicht ganz korrekte – alternative Anführer meiner Kreuzfahrer-Truppe.

Im nächsten Beitrag geht es dann wirklich um das angekündigte Terrain für Streifzüge im heiligen Land. Bis dahin!

2 Kommentare zu „Raimund und die heilige Handgranate

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..