Seit einiger Zeit ist der Vietnam-Konflikt im Tabletop präsenter geworden. Es gibt einige Regelwerke und inzwischen auch eine gute Auswahl an Miniaturen. Auch mich fasziniert dieser Konflikt schon länger, vor allem durch seine Vielschichtigkeit und Asynchronität. Zeit, ein paar Einheiten auszuheben.
In meiner Spielgruppe waren wir die letzten Monate sehr viel im 15mm-Maßstab unterwegs. Beeindruckende Armeen lassen sich hier schneller aufstellen und bemalen, außerdem wirken die Spieltische oft beeindruckend aufgrund der vielen Action. Daher haben wir uns für die Miniaturen von Battlefront Miniatures und deren Spielsystem „‚Nam – 1965 – 1972“ entschieden. In ein paar Testspielen konnte uns das System überzeugen und so sind wir weiter eingestiegen. Das Ziel ist, eine größere Kampagne zu spielen. Aber eins nach dem anderen.
Wer Flames of War kennt, dem ist ‚Nam im Grundsatz sofort vertraut. Es gibt die üblichen Formationen, die Spiele funktionieren vom Rundenablauf genauso – allerdings gibt es Sonderregeln, welche die Besonderheiten des Schauplatzes Vietnam abbilden sollen. Das funktioniert recht gut. Die Amerikaner sind in der Regel sehr waffenstark und vergleichsweise zäh, die nordvietnamesischen Truppen haben Masse und können sehr flexibel an unerwarteten Stellen auf dem Spielfeld auftauchen.
Bei der Verteilung der Seiten habe ich die Seite Nordvietnams gezogen und so flüsterte es dann aus einem Würfel: „Baue mir eine Armee, die Onkel Ho würdig ist.“. Nein, es war eher: „Ich liebe den Geruch von Sekundenkleber, Grundierung, Acrylfarben und Mattlack am Morgen. Das riecht nach – Hobby.“. Na, ich weiß nicht. Vielleicht haben wir auch einfach nur bei ein paar Bierchen besprochen, wer jetzt eigentlich welche Einheiten aufstellt.
Jedenfalls fing ich damit an, Einheiten für die People’s Army of Vietnam – kurz PAVN – aufzubauen. Es handelte sich dabei um reguläre Militäreinheiten, die in Nordvietnam aufgestellt und zu Operationen nach Südvietnam geschickt worden. Aktuell besteht meine Truppe aus zwei Bataillonen Infanterie mit Unterstützungswaffen. In ganz seltenen Fällen werden PT-76 Panzer zur Unterstützung zugeteilt. Fertig bemalt sind nun die Unterstützungseinheiten und zwei Objective Marker.

Ein improviesierter Gefechtsstand im Dschungel und ein versteckter Tunnelausgang dienen als Objective Marker. Viele Szenarien in ‚Nam benötigen diese Marker, daher machte es Sinn, sie als kleine Vignetten zu gestalten. Die Miniaturen sind 3D-Drucke aus der „March-to-hell“-Serie, die Bäume habe ich günstig bei einem bekannten Versandhändler erworben.

Ebenfalls sehr plakativ finde ich diese MG-Bunker. Ich stelle sie gerne verdeckt (also im „Ambush“) auf und lasse sie Vormarschwege der US-Truppen blockieren. Meist fallen sie den schweren Waffen oder Luftangriffen zum Opfer, aber sie halten den Gegner ein, zwei Runden auf.

Hier sehen wir eine Menge Feuerkraft gebündelt. Zum einen zwei Luftabwehr-Einheiten, die mit 12,7mm-MGs ausgestattet sind, in der Mitte noch drei Flak-Geschütze mit 14,5mm. Für die amerikanischen Hubschrauber sind sie allesamt gefährlich, da vor allem die Hueys nicht gepanzert sind. Im Spiel sind sie allerdings durch ihre geringe Reichweite limitiert. Aber man kann sie auch gut gegen vorrückende Infanterie und M113 einsetzen. Gegen letztere nur die 14,5er.


Apropos vorrückende Fahrzeuge. Dafür gibt es die beiden Einheiten mit rückstoßfreien Geschützen. Einmal mit 75mm und einmal mit 82mm. Gegen den M48 haben sie allerdings allenfalls von der Seite oder von hinten eine Chance. In den Testspielen fühlten sie sich für mich wie das Konzept Glaskanone an. Wenn der erste Schlag gelingt, dann machen sie Schaden. Sobald gegnerische Infantrie sich darauf konzentrieren kann, werden die Einheiten schnell zerstört.

Zu guter Letzt gibt es noch ein bisschen artilleristische Nahunterstützung in Form einer 82mm-Mörser-Batterie. Inzwischen stelle ich die Einheit aber kaum noch auf, da die Gefechte in ‚Nam sehr dynamisch sind und verstreut über den ganzen Spieltisch stattfinden. Außerdem ist eine Sichtlinie aufgrund des dichten Terrains oft nicht vorhanden und daher war diese Einheit bislang recht wirkungslos.
Damit fehlen nun noch die Kerneinheiten – die beiden Infanteriebataillone. Das erste Bataillon ist fertig bemalt und wartet nur noch auf seine Dschungel-Bases. Das zweite Bataillon ist zumindest gebaut. Da wir parallel an einer Kampagne rund um die Schlacht um Hue im Rahmen der Tet-Offensive 1968 arbeiten, müssen die Einheiten bald fertiggestellt werden.
Ihr wollt mehr über die Kampagne wissen? Dann müsst ihr euch leider noch etwas gedulden. Ich gehe aber davon aus, dass ich in den nächsten Wochen bereits darüber berichten kann. Und vielleicht schaffe ich es nach langer Zeit wieder, einen Battle-Report dazu zu schreiben.